Das Girokonto – Die schleichende Enteignung der Bevölkerung

Das Girokonto ist inzwischen eine derartige Selbstverständlichkeit geworden, dass niemand mehr ernsthaft darüber nachdenkt, was da eigentlich geschieht. Das gesamte Vermögen der Haushalte lagert jetzt nicht nur auf Banken, anstatt wie früher vielleicht unter Kopfkissen, in Sparschweinen oder in Strümpfen (Keynes schätze 1930, dass etwa 8% der Einkommensbeträge der Bevölkerung auf Bankkonten und Sparbüchern liegen). Sondern zudem sorgen Gehaltskonten dafür, dass ein stetiger Mittelzufluss an die Banken entsteht. Denn abgehoben wird es leidglich, um ausgegeben zu werden. Alles andere ist bargeldlos, ein Verschiebebahnhof von Konto zu Konto, der vielleicht von Bank zu Bank stattfindet, aber immer weniger dabei die Banken verlässt und sich etwa in Papiergeld „realisiert“. Dabei ist natürlich, verfolgt man die Jahrhunderte lange Debatte über Wert und Geltung von Papiergeld, selbst dieses schon, da ja nicht mehr durch irgendeinen anderen Wert (wie einstmals Gold, Silber oder die Erträge der Landwirtschaft oder Bodenschätze) „gedeckt“.  Das Papiergeld selbst, das zeigt die Geschichte, ist eine nicht risikofreie Form der Wertspeicherung und –zirkulation. Aber es ist immerhin noch anfassbar und physisch und so entsteht ein Glauben, dass es sich bei Papiergeld doch immerhin um etwas Reales handele, das also in Krisenzeiten Sicherheit dadurch erreicht werden könnte, dass man Scheingeld in der Hand hält. Ein Spaß.

Was dieser Finanzfluss genau besagt, lässt sich errechnen. Laut Statista beträgt das monatliche Netto-Durchschnittseinkommen von Arbeitnehmern in Deutschland 2.706 € (Quelle). Es gab etwa 41,21 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland. Das heißt das monatliche Nettoeinkommen aller Arbeitnehmer in Deutschland zusammen, das den Banken direkt überwiesen wird,  betrug 112 Milliarden Euro. Monatlich. Oder 1,338 Billionen jährlich. Die einfach so den Banken zufließen. Dazu kommen noch die

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