Keynes über die Girofalle

Über die Girofalle und die damit verbundene Instabilität hat interessanterweise bereits 1930 John Maynard Keynes in „Vom Gelde „ geschrieben. Ich zitiere das mal in ganzer Länge:

Wenn wir von einem geschlossenen Banksystem ausgehen, das keine Beziehungen zum Ausland unterhält [und das Digitalgeldsystem kennt ja kein „Ausland“ mehr; U.S.] und in einem Land betrieben wird, in dem alle Zahlungen mittels Schecks beglichen werden und Bargeld unbekannt ist, und wenn wir weiter annehmen, dass die Banken es unter diesen Umständen für unnötig halten, Barreserven zu halten, vielmehr jede zwischenbankliche Verschuldung durch Übertragung anderer Aktivposten regeln, so ist es klar, dass der Betrag an Bankgeld, den die Banken bei Beachtung solider Bankgrundsätze schaffen können, unbegrenzt ist, vorausgesetzt, dass sie sich im Gleichschritt vorwärts bewegen. Die gesperrt gedruckten Worte enthalten den Schlüssel für das Funktionieren des Systems. Es wird geschwächt durch jede Vorwärtsbewegung einer individuellen Bank, hingegen gestärkt durch jede gleichwertige Bewegung einer Nachbarbank, so daß, wenn alle zusammen sich vorwärts bewegen, per Saldo niemand geschwächt wird. Das Geschäftsgebaren jeder einzelnen Bank, wenngleich sie es sich nicht leisten kann, den anderen mehr als einen Schritt voraus zu sein, wird also bestimmt durch das durchschnittliche Vorgehen aller Banken zusammen; […] Jeder Bankleiter, der in seinem Arbeitszimmer sitzt, darf sich als das passive Werkzeug äußerer Gewalten ansehen, über die ihm jede Kontrolle fehlt; dennoch mögen diese ‚äußeren Gewalten‘ niemand anders sein, als er und seine Kollegen; jedenfalls sind es nicht die Depositenkunden seiner Bank.

Einem Währungssystem dieser Art würde eine Unstabilität innewohnen. Denn alle Bestrebungen,

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