Materialien

Eine kleine Auswahl von nützlichen Hintergrundmaterialien zu den Themen, die im Stück verhandelt, angerissen oder vorausgesetzt werden. Kann gerne in den Kommentaren erweitert werden um Quellenhinweise.

Über den Erfinder des Papiergeldes John Law

Zur „staatlichen Theorie“ des Geldes / Chartalismus

Schuldentheorie, Modern Monetary Theory und Debitismus

  • Thomas Strobl (ehemals weissgarnix-Blogger): Ohne Schulden läuft nichts: Warum uns Sparsamkeit nicht reicher, sondern ärmer macht (Amazon)
  • Paul C. Martin: Kapitalismus. Ein System, das funktioniert (Teil 1 als PDF)
  • Eine Studie vom MyKinsey Global Institute über die Kredit-Bubble (PDF-Download)
  • Mark Dittli im Blog der Basler Zeitung mit Bezug auf Hyman Minsky und die Minsky-Blogdebatte zwischen Paul Krugman und Steve Keen: Die grosse Illusion
  • Steve Keen: Instability in Financial Markets: Sources and Remedies (PDF-Paper)
  • Hyman Minsky: Instabilität und Kapitalismus (Amazon)
  • Diskussion in Das Gelbe Forum

Geld, Buchgeld, Fiatgeld

Lesenswert: Die Papiergeldszene aus dem Faust 2 hier.

Banking

Zitat Herny Ford: „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“

Geschichte der Sparkassen

  1. Spareinlagen: Liegen 1910 in Deutschland bei 17 Millionen. Ein Girokonto für Normalbürger gab es damals noch nicht.
  2. Girokonto: Der Giro-Zahlungsverkehr wurde 1909 in Sachsen aufgenommen. Obwohl es sich um Einlagen mit täglicher Fälligkeit („Sichteinlagen“) handelt, heißt es: „Die Sichteinlagen auf den Girokonten ermöglichten es ihnen auch, vermehrt kurzfristige Kredite an kleine und mittlere Unternehmen zu vergeben.“ (S. 8)
  3. Zwei sehr hübsche Formulierungen auf S. 9: „Aus dem Ersten Weltkrieg gingen die Sparkassen gestärkt hervor.“ und „obwohl die Sparkassen ihre Geschäfte ausweiten konnten und immer bankähnlicher wurden, waren die Ergebnisse des Ersten Weltkriegs durchaus zwiespältig für sie. Denn die Nachkriegsinflation, die in der „Hyperinflation“ von 1923 kulminierte, beeinträchtigte ihre herkömmlichen Geschäftsfelder, das Spar- und das Hypothekengeschäft, sehr stark.“ Mit Loriot möchte man sagen: Ach was!
  4. „Kaufkredit“ 1952: Aus Spareinlagen werden Kredite für das Wirtschaftswachstum eingeführt. „Speziell um die Konsumwünsche von breiten Bevölkerungskreisen zu erfüllen, führten die Sparkassen 1952 den „Kaufkredit“, ein Teilzahlungsdarlehen, ein.“ (S.16)
  5. Zitat: „Einführung der bargeldlosen Lohn- und Gehaltszahlung. Arbeitnehmer werden „bankfähig“. Vom Sparbuch abgesehen, nutzten bis weit in die 1950er- Jahre hinein die meisten Bundesbürger kaum Bankprodukte. Dies änderte sich, als seit 1957 immer mehr Unternehmen dazu übergingen, Löhne und Gehälter zu überweisen, statt sie ihren Mitarbeitern bar auszuzahlen. Arbeiter und Angestellte richteten nun Girokonten ein und wurden dadurch erst „bankfähig“.“ (Seite 17). „Die Zahl der Girokonten für Privat- und Geschäftskunden bei den Sparkassen stieg rapide. 1958 waren es etwa 4,7 Millionen, 1960 schon sechs Millionen und 1970 über 15 Millionen Girokonten, davon 12,7 Millionen von Arbeitnehmern und Rentnern.“

 

 

Interessante Statistiken

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  •  Entwicklung des Geldvermögens privater Haushalte in Deutschland 1991-2012

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Einige interessante Zahlen des Bankenverbands:

  • Zahl der Kreditinstitute sank von 2001 bis 2010 von 2697 auf 2093
  • Zahl der Bankfilialen sank 2001-2010 von 56.768 auf 40.276
  • Zahl der Bankbeschäftigten sank 2001-2010 von 769.300 auf 657.100
  • Bilanzsumme der Deutschen Banken stieg 2001-2010 von 6,386 auf 8,354 Billionen Euro (+25%)
  • Umsätze im bargeldlosen Zahlungsverkehr liegen bei 64 Billionen Euro 2010 (davcon 84% Überweisungen + Lastschriften)
  • Zahl der ec-Karten stieg 2001-2010 von 52,4 auf 97,2 Millionen Stück
  • Umsatz von ec-Cash (ec-Kartenzahlung) im Handel stieg 1999-2010 von 15,8 auf 92,8 Milliarden Euro
  • Anzahl Online-Konten wuchs 2001-2010 von 19,1 auf 45,1 Millionen
  • Summe der Kredite an Unternehmen übersteigt Kredite an Privatpersonen nur unwesentlich: 1,317 Billionen an Unternehmen versus 1,022 Billionen an Privathaushalte 2010.

Quelle: Bankenverband: Fakten und Zahlen aus der Kreditwirtschaft

 

Ein paar interessante Grafiken:

Geschäftsbericht 2011 der Deutschen Bank mit Gegenüberstellung von Bilanzsumme und Eigenkapital

Quelle: https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2011/gb/serviceseiten/kennzahlenvergleich.html

Dasselbe für 2010:

Quelle: https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2010/gb/serviceseiten/kennzahlenvergleich.html#/vertbar/0,2,5/0,1,2,3,4/figures/0

Bilanzsumme der Deutschen Bank historisch:

Das ist die Entwicklung der Bilanzsumme von 1952 bis 1998. Da danach die Kurve das Chart nach oben durchschlug, hat die Bank dafür eine weitere Grafik produziert. Man beachte die Änderung der Legende:

Bilanzsumme 2011 ca. zweieinhalb Billionen (!) Euro. Quelle: http://www.bankgeschichte.de/de/content/2378.html

Bilanz der Commerzbank 2007 bis 2011:

In Gelb die Bilanzsumme, die kleinen schwarzen Kästchen das Eigenkapital. Quelle: http://geschaeftsbericht2011.commerzbank.de/reports/commerzbank/annual/2011/gb/German/9030/kennzahlenvergleich.html