Muss man Buchgeldschulden zurückzahlen? – Der Prozess Jerome Daly vs. First National Bank of Montogomery

Im Jahr 1968 kam es in Minnesota zu einem außergewöhnlichen (und folgenlosen) Richterspruch: Der Kläger, Jerome Daly, weigerte sich, eine Hypothek an die First National Bank of Montgomery zurückzuzahlen. Seine Begründung: Zurückzahlen müsse er dieses Geld lediglich, wenn es sich um tatsächliches Geld im besitz der Bank ehandelt habe. Fakt sei aber, dass die Bank es gar nicht besessen habe, bevor sie ihm den Kredit einräumte, sondern dass die Geldsummer erst im Akt der Kreditvergabe als Buchgeld oder Fiat Money entstanden sei. Durch die Rückzahlung werde lediglich der umgekehrte Vorgang veranlasst, dass nämlich die Bank das Geld wieder in Luft auflöse, indem sie den Betrag aus den Bilanzen streiche. Das Geld gebe es gar nicht – also müsse er es nicht zurückzahlen.

Das ist einerseits eine zutreffende Beschreibung des Vorganges – andererseits eine wunderbare Eulenspiegelei. Und der Richter ließ sich darauf ein und urteilte, Daly müsse das Geld nicht zurückzahlen und auch das als Sicherheit hinterlegte Haus der Bank nicht übergeben. Natürlich wurde dieses Urteil schnellstens aufgehoben. Der Richter war gar nicht zuständig für diesen Fall. Und das nächste Urteil lautete so, wie es zu erwaten war, dass Bankschulden doch zurückzuzahlen seien.

Dieses Video fasst den Fall kurz zusammen:

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Der Fall auf Wikipedia

Die Denkfehler des Richters dargestellt im gelben Forum